Genauso wie die Nationalmannschaft ist auch der DSC mitten in der Sommerpause. Doch wir bleiben fleißig und blicken für euch noch einmal auf eine Landesliga-Saison zurück, die eine wahre Achterbahnfahrt war.
Die Vorbereitung – vorne gut, hinten vogelwild
Sage und schreibe acht Testspiele absolvierte der DSC in der Saisonvorbereitung. Die Gegner reichten dabei von der Oberliga bis in die Stadtoberliga. Und zumindest die Zuschauer bekamen einiges geboten: Weniger als 4 Treffer fielen nie, gegen die Borea-U19 gabs sogar ein 8:5-Scheibenschießen. Negativer Höhepunkt: ein 2:4 gegen den 1. FC Pirna.
Auch aufgrund des wie so oft nie vollzähligen Kaders bekam das Trainerteam bis zum Ende keine Stabilität ins Team. Vorn traf der DSC immer mindestens doppelt, aber hinten stand viel zu selten die Null.
Der Saisonauftakt – auf dem Weg zum Fehlstart
Zu Saisonbeginn gings nach Taucha. Im Vorjahr noch Ort des ersten Saisonsieges. Und 15 Minuten lang spielte der Sportclub den späteren Tabellenzweiten komplett an die Wand – um danach komplett einzubrechen. Mit dem 2:5 waren die Friedrichstädter noch gut bedient.
Im Pokal schrammte der DSC danach nur haarscharf an der Blamage vorbei. Die DSC-Kicker verspielten in Bautzen ein 2:0 und hatten das Glück, dass Trainer andre Heinisch sich aufgrund von akutem Spielermangel nicht nur selbst einwechseln musste, sondern auch höchstpersönlich zum 3:2-Sieg traf.
In der Liga folgte aber die nächste Niederlage. Vorn weiter okay, hinten aber viel zu fehleranfällig, so setzte es gegen Aufsteiger Freital ein völlig unnötiges 3:4. Und nachdem der DSC ein Testspiel gegen die Dynamo-U-19 mit 0:9 vergeigte, drohte der komplette Fehlstart.
Aufschwung und große Träume
Doch endlich ging ein Ruck durch die Mannschaft. Beim „Lieblingsgegner“ Tapfer Leipzig erkämpfte sich der DSC endlich den ersten Saisonsieg. Es folgte ein souveränes 5:1 im Pokal gegen Wilsdruff und ein starkes 3:1 gegen Markranstädt. Der miese Start war korrigiert. Niederlagen in Reichenbach und gegen Neugersdorf brachten den DSC dann aber erst einmal auf den Boden der Tatsachen zurück.
Danach aber war erst einmal wieder Jubeln angesagt: Ein knapper Sieg in Copitz, ein glückliches Weiterkommen im Pokal beim Leipziger Sportclub und ein souveräner Heimsieg gegen Fortuna Chemnitz: Nach einem Drittel der Saison war der DSC im Tabellenmittelfeld und durfte im Pokal sogar aufs Überwintern hoffen. Über der Friedrichstadt lachte die Sonne.
Die Ergebniskrise beginnt
Bei Tanne Thalheim gabs den ersten kleinen Rückschlag mit einem unglücklichen 1:1. Gegen Dynamo war unser Team dann beim 0:4 hoffnungslos unterlegen, das 0:2 gegen Laubegast war eine Mischung aus Pech und einem … nun ja… unglücklich pfeifenden Schiri.
Das Pokal-Achtelfinale bei den unterklassigen Lichtensteinern sollte die Laune bessern. Stattdessen erlebte der DSC einen rabenschwarzen Tag und schied verdient aus.
Auch in der Liga wurde es nicht besser. Gegen Riesa gabs ein verdientes 0:3, in Leipzig-Eutritzsch war es dann wieder eine Mischung aus Pech und Fehlentscheidungen, die den Sieg verhinderte. Und nach sechs Spielen ohne Sieg ging der Blick langsam nach unten.
Gegen Borea setzte sich die Ergebniskrise dann fort. Dabei machte der Sportclub im Jägerpark ein tolles Spiel, kassierte aber weit nach Ablauf der Nachspielzeit mit der letzten Aktion des Spiels noch das 2:2. Die Krise war endgültig da. Das 0:3 mit einem Rumpfkader bei Rabenstein war da fast eine Randnotiz.
Die Winterpause – einigen wir uns auf ein 3:1?
Fünf Testspiele gab es im Winter – trotz überwiegend schlechter Bedingungen, gesperrter Plätze und entsprechend eingeschränktem Training. Gleich vier Spiele gewann der Sportclub mit 3:1, nur gegen Neusalza waren die Friedrichstädter chancenlos und verloren 1:4. Doch was war das alles wert?
Der Start in die Rückrunde – es wird nicht besser, im Gegenteil
Zum Rückrundenstart gegen Taucha verkaufte sich der DSC eigentlich gut, kam am Ende aber doch mit 1:5 unter die Räder. Das folgende 1:3 gegen Freital zeigte dann, dass die Mannschaft weiterhin große Probleme hat, doch es sollte noch schlimmer kommen.
Gegen Tapfer Leipzig, zu dem Zeitpunkt abgeschlagener Vorletzter und ohne seine besten Spieler angereist, sollte endlich die Wende erzwungen werden. Doch nach dem frühen 1:0 fiel der DSC komplett in sich zusammen und verlor nach einer indiskutablen Leistung noch mit 1:4. Es war der Tiefpunkt der Saison – und der DSC war endgültig im Abstiegskampf.
Es wird langsam besser, ganz ganz langsam!
Das Debakel gegen Leipzig sorgte immerhin für einen Ruck in der Mannschaft. Beim nächsten Spiel in Markranstädt präsentierte sich der DSC endlich wieder als Mannschaft. Doch das Pech klebte dem Team weiter an den Füßen. Ein dummer Fehler sorgte für das 0:1 kurz vor Abpfiff. Gegen Reichenbach stimmte erneut die Leistung. Das Team hielt lange ein 1:0, kassierte dann aber in der Nachspielzeit noch den Ausgleich.
Der erste kleine Lichtblick war dann Neugersdorf: Trotz eines 0:2-Rückstandes kämpften sich die Friedrichstädter noch zum 2:2. Endlich hatte das Team mal selbst den Punkt erzwungen.
Zwischenspurt zum rettenden Ufer
Gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Copitz konnte der DSC nach unfassbaren 14 Pflichtspielen ohne Sieg endlich wieder gewinnen. Schön war es nicht, aber die Hoffnung war wieder da, auch wenn das folgende 1:1 bei Fortuna Chemnitz die Stimmung wieder drückte. Immerhin: ein 3:0 gegen Thalheim sorgte dafür, dass der DSC jetzt fünf Spiele in Folge ungeschlagen war und wieder über dem Strich stand.
Der Endspurt zwischen Hoffen und Bangen
Die Topspiele gegen Dynamo und Laubegast verlor der DSC zwar deutlich, behielt im Abstiegskampf aber alle Trümpfe in der Hand. Erst Recht durch ein starkes 1:1 in Riesa. Plötzlich war der Klassenerhalt zum Greifen nah.
Ein Heimsieg gegen Eutritzsch, und die Friedrichstädter wären quasi durch gewesen. Doch irgendwie schaffte das Team es, nach einer 2:0 Halbzeitführung noch 2:3 zu verlieren. Der Sportclub lag am Boden, und hatte das schwere Restprogramm vor Augen.
Doch die Mannschaft kämpfte. Ein 0:0 gegen Borea schien zu wenig, zumal dem DSC mal wieder ein klarer Elfer kurz vor Schluss verwehrt wurde.
So war der DSC im Finale gegen Handwerk Rabenstein zum Punkten verdammt. Und wie wissen, wie es ausging: Mit einem sensationellen 4:0 rettete das Tema nach einer wahren Achterbahn-Saison die Klasse.

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