Es war vielleicht das erste kleine „Endspiel“ der Saison und der DSC hat es gewonnen. Mit 3:2 setzten sich die Friedrichstädter beim SV Tapfer Leipzig durch und lassen damit die „rote Laterne“ in der Messestadt. Es war nicht nur der erste Saisonsieg sondern auch der erste Sieg gegen Tapfer überhaupt.
Nach zwei Niederlagen, dem glücklichen Pokalsieg und dem dürftigen 0:9 unter der Woche gegen Dynamos U19 reisten die Friedrichstädter nicht unbedingt mit breiter Brust gen Leipzig. „Das sitzt schon im Kopf“ hatte Andre Heinisch den Saisonstart passend eingeordnet.
Und dann gings auch noch zu Tapfer Leipzig. „Das unangenehmste Auswärtsspiel der Saison“ hatte Andre Heinisch die Reise in die Messestadt genannt. Tapfer hat gute Fußballer, ist kampfstark und gallig. Und leider nicht immer gastfreundlich: Wie schon in der Vorsaison wurde unser DSC-Trainer von der Leipziger Bank massiv beleidigt.
Und auch sportlich begann die Partie für den DSC maximal unangenehm. Bereits nach fünf Minuten wurde Tapfers Topspieler Sauer im Strafraum freigespielt und schon stand es 1:0. Die ersten Minuten gehörten ganz klar den Leipzigern, die schnell, griffig und auch spielerisch stark waren.
Doch der DSC kämpfte sich zurück. Kevin Urbanek wurde nach 14 Minuten in den Strafraum geschickt, wackelte noch einen Gegner aus und passte dann nach innen. Ein Verteidiger war noch am Ball, doch Farai Elmadbouk reagierte am schnellsten und drosch die Kugel unter die Latte.
Danach war das Spiel weitgehend offen. Bis zur 33. Minute und einem hohen weiten Freistoß in unseren Strafraum: Eine Windböe sorgte dafür, dass Marius Kuhl nicht richtig an den Ball kam und ihn nur an die Latte lenken konnte. Von dort prallte der Ball zurück zum DSC-Keeper und von seinem Körper ins Tor. Das Tor „hat uns gekillt“, befand Andre Heinisch. Denn bis zur Pause kam der DSC nicht wieder zurück ins Spiel.
In der Pause fand der DSC-Coach jedoch die richtigen Worte. Der DSC stellte den bis dahin kaum vorhandenen Spielaufbau um und dominierte nun die Leipziger. Und als Kevin Urbanek nach 61 Minuten im Strafraum drei Mann ausdribbelte und dann aus fast unmöglichem Winkel traf, stand es 2:2. Aber, so ehrlich war unser Trainer nach dem Spiel: Vor dem 2:2 hätte es eigentlich Einwurf für Tapfer geben müssen.
Und der DSC machte weiter und hatte nun noch einmal Glück. Nach 75 Minuten fabrizierten die Leipziger einen Querschläger, ein Verteidiger schlug über den Ball und plötzlich war Emilio Rau frei durch und behielt die Nerven: Die erste Führung der Saison.
Und die brachten die Dresdner über die Zeit. Erst in den letzten Minuten mussten die DSC-Fans noch einmal zittern. Doch Marius Kuhl hielt einmal glänzend und hatte einmal Glück, als der Ball knapp am Tor vorbei ging.
Nun wartet kommende Woche erst einmal der Landespokal: Am Montagabend kommt Motor Wilsdruff zum Fluchtlicht-Highlight ins Heinz-Steyer-Stadion. In der Liga geht es am 14. September daheim gegen die noch sieglosen Markranstädter weiter.
Wer das Spiel noch einmal hören möchte, findet es im Archiv.
SV Tapfer Leipzig: Schwarze – Dogan (59. Blüher), Konzok, Nathe – Wernecke (74. Bergmann), Sauer, Hopf (85. Hohl), Beiersdorf (59. Lory), Markert – Noguera (65. Halko, 74. Bergmann), Hahn
Dresdner SC: Kuhl – Augustin, Telle, Nguyen – Elmadbouk, Schickor, Rau (84. Al Akied), Hot, Günther – Roch, Urbanek (86. Longoria Peña)
Tore: 1:0 Sauer (5. Min), 1:1 Elmadbouk (13. Min), 2:1 Kuhl (ET/33. Min), 2:2 Urbanek (61. Min), 2:3 Rau (75. Min)
Zuschauer: 87
Kommentar schreiben